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Alle Artikel · 16. Oktober 2026 · 6 Minuten Lesezeit

Von ChatGPT, Gemini & Co. empfohlen werden: Was wirklich hilft und was nur Hype ist

Illustration: Sprechblase mit Fragezeichen, Lupe und eine Trefferliste mit hervorgehobenem ersten Eintrag

Immer mehr Leute fragen nicht mehr nur Google, sondern ChatGPT, Gemini, Perplexity oder Claude: „Welcher Elektriker in der Südpfalz macht auch Photovoltaik?“ Wer in der Antwort genannt wird, bekommt die Anfrage. Wer nicht, merkt davon nichts. Entsprechend viele Tipps kursieren gerade unter Namen wie GEO, AEO oder KI-SEO. Ich habe mir einen viel geteilten englischen Ratgeber dazu genauer angesehen und erkläre hier, was davon in der Praxis trägt und wovon ich abrate.

Was bei einer Frage an die KI im Hintergrund passiert

Eine KI weiß viel, aber nur bis zu ihrem Trainingsstand. Sobald eine Frage aktuelle Infos braucht, also Anbieter, Preise oder Empfehlungen, sucht sie selbst im Netz. ChatGPT, Gemini, Perplexity, Claude und Googles KI-Übersichten machen aus deiner Frage ein bis drei Suchanfragen, lesen ein paar Treffer und schreiben daraus ihre Antwort.

Grafik: Aus deiner Frage macht die KI ein bis drei Suchanfragen, liest einige Treffer und schreibt daraus eine Antwort mit Empfehlung

Daraus folgt: Wer bei diesen Suchanfragen nicht gefunden wird, taucht auch in der Antwort nicht auf. KI-Sichtbarkeit ist deshalb kein neues Fach, sondern gutes SEO mit einer neuen Art von Suchanfrage. Die ganzen Kürzel beschreiben im Grunde dieselbe Arbeit.

ChatGPT, Gemini, Perplexity, Claude: Woher die KIs ihre Infos holen

Die Grundidee ist überall gleich, die Quellen unterscheiden sich aber. Und genau das entscheidet, wo du ansetzen musst.

ChatGPT sucht über einen eigenen Crawler und stützt sich zusätzlich stark auf den Index von Bing. Wer bei Bing schlecht gefunden wird, hat es hier schwer. Dasselbe gilt für Microsoft Copilot.

Gemini gehört zu Google und greift auf den Google-Index zurück, genau wie die KI-Übersichten und der KI-Modus in der Google-Suche. Hier zahlt sich klassisches Google-SEO am direktesten aus, inklusive eines gepflegten Google-Unternehmensprofils. Was Google selbst zur KI-Suche empfiehlt, habe ich im Artikel Optimierung für generative KI: Das sagt Google selbst dazu zusammengefasst.

Perplexity ist im Kern eine Suchmaschine mit KI-Antwort. Sie durchsucht das Netz mit eigenem Crawler, zeigt ihre Quellen offen an und bevorzugt aktuelle, klar formulierte Seiten. Für dich praktisch, weil du direkt siehst, wer zitiert wird.

Claude von Anthropic nutzt für aktuelle Fragen ebenfalls eine Websuche und ruft die gefundenen Seiten mit eigenen Crawlern ab. Nach allem, was bekannt ist, kommen die Suchtreffer dabei von einem externen Suchanbieter statt aus einem eigenen großen Index. Auch hier gilt: Wer in den großen Suchmaschinen gut dasteht, wird eher gefunden.

Codex von OpenAI ist ein Sonderfall. Es ist ein KI-Assistent für Programmierer, kein Werkzeug, mit dem Kunden nach Betrieben suchen. Für deine Sichtbarkeit spielt es daher kaum eine Rolle. Interessant wird es nur, wenn du Software oder Entwickler-Dienstleistungen anbietest: Dann recherchieren solche Coding-Assistenten Dokumentation und Anleitungen im Netz, und klar strukturierte, saubere Doku wird eher verwendet.

Grafik: ChatGPT und Copilot nutzen vor allem den Bing-Index, Gemini den Google-Index, Perplexity einen eigenen Crawler und Claude einen externen Suchanbieter

Die gute Nachricht: Du musst nicht für jede KI eine eigene Strategie bauen. Wer bei Google und Bing sauber gefunden wird und technisch nichts blockiert, deckt alle vier ab.

Erst die Technik: Kann die KI deine Seite überhaupt lesen?

Diesen Teil überspringen die meisten Ratgeber, dabei ist er der günstigste Hebel. In der robots.txt deiner Website sollte nichts die Crawler blockieren, mit denen KI-Suchen arbeiten: Googlebot und Bingbot sowieso, dazu OAI-SearchBot und ChatGPT-User von OpenAI, PerplexityBot sowie Claude-SearchBot und Claude-User von Anthropic. Crawler wie GPTBot oder ClaudeBot sammeln dagegen Trainingsdaten. Ob du die zulässt, kannst du getrennt entscheiden.

Grafik: Such-Crawler wie Googlebot, Bingbot, OAI-SearchBot, PerplexityBot und Claude-SearchBot nicht blockieren, Trainings-Crawler wie GPTBot und ClaudeBot getrennt entscheiden

Bing ist der unterschätzte Punkt: Wer seine Seite noch nie in den Bing Webmaster Tools angemeldet hat, holt das in zehn Minuten nach.

Außerdem gilt: Was erst per JavaScript nachgeladen wird oder in Tabs versteckt ist, lesen viele Crawler schlechter. Die wichtigsten Aussagen gehören direkt in den Quelltext. Das ist übrigens einer der Gründe, warum ich mittlerweile eher auf statische HTML Seiten setze.

Herausfinden, wonach die KI sucht

Das ist für mich die stärkste Idee aus der ganzen Diskussion. Wenn du weißt, welche Suchanfragen die KI aus einer Kundenfrage macht, hast du eine neue Keyword-Recherche. Bei Perplexity siehst du die Suchschritte direkt in der Antwort. Bei ChatGPT kommt man nur über die Entwicklertools des Browsers ran, und das kann sich jederzeit ändern.

Der praktische Weg: Stell 20 bis 30 Fragen, die deine Kunden wirklich stellen würden, und notier dir, wonach die KI sucht. Ergänzend lohnt ein Blick in die Google Search Console. Lange, ausformulierte Suchanfragen mit acht Wörtern oder mehr zeigen dir, wie Menschen ihr Problem heute beschreiben. Ob dahinter ein Mensch oder eine KI steckt, verrät dir die Search Console allerdings nicht.

Die Frage dort beantworten, wo sie gestellt wird

Jetzt kommt die eigentliche Arbeit. Nimm die wichtigsten Fragen und beantworte sie auf deiner Seite, am besten als eigene Zwischenüberschrift mit einer klaren Antwort in den ersten ein, zwei Sätzen. KI-Systeme übernehmen gern einzelne Absätze, und eine in sich geschlossene Antwort lässt sich leichter übernehmen.

Der Haken: Viele Ratgeber empfehlen, für jede Suchanfrage eine eigene Seite zu bauen. Das führt schnell zu Dutzenden dünnen, fast gleichen Seiten, die sich gegenseitig Konkurrenz machen. Ich baue lieber bestehende Seiten aus und lege nur für wirklich wertvolle Anfragen eine eigene Seite an. Konkrete Preise, Einzugsgebiet, Referenzen und ein sichtbares Aktualisierungsdatum helfen dabei mehr als jede Formulierung. Und die Seite sollte schnell laden, warum das zählt, steht im Artikel Schnelle Website: Warum die Ladezeit über Anfragen entscheidet.

Was andere über dich schreiben

Eine KI empfiehlt selten einen Betrieb nur auf Basis seiner eigenen Website. Sie sucht Bestätigung von außen: Bewertungen im Google-Unternehmensprofil, Branchenverzeichnisse, Vergleichsseiten, Presseberichte, Foren. Echte Bewertungen und echte Erwähnungen sind deshalb wichtiger denn je. YouTube wird in KI-Antworten ebenfalls oft zitiert. Das lohnt sich aber nur, wenn du ohnehin Videos machen willst, denn der Aufwand ist hoch.

Grafik mit Icons: Bewertungen im Unternehmensprofil, Branchenverzeichnisse, Vergleichsseiten, Presseberichte, Foren und YouTube

Wie du siehst, ob es wirkt

In Google Analytics kannst du mit einem einfachen Filter sehen, wie viele Besucher von ChatGPT, Gemini, Perplexity oder Claude kommen. Die Zahl ist aber eine Untergrenze, weil viele Klicks aus KI-Apps ohne Herkunft ankommen und unter „Direct“ landen. Mindestens genauso aufschlussreich: einmal im Monat die zehn wichtigsten Kundenfragen selbst in ChatGPT, Gemini, Perplexity und Claude eintippen und schauen, ob du genannt wirst. Und bei neuen Anfragen einfach fragen, wie die Leute auf dich gekommen sind.

Was ich dir nicht empfehle

Im besagten Ratgeber steht auch der Tipp, für ein paar Dollar massenhaft Pressemitteilungen zu verschicken, in denen man sich selbst „Top bewertet, 5 von 5 Sternen“ nennt. Die KI soll das dann übernehmen. Kurzfristig mag das klappen. Erfundene Bewertungen sind in Deutschland aber irreführende Werbung und damit abmahnfähig. Eine Rechtsberatung ersetzt das nicht, aber das Risiko steht in keinem Verhältnis zum Nutzen.

Ähnlich sehe ich selbst gebaute Bestenlisten, in denen man zufällig auf Platz 1 landet. Das wird manchmal aufgegriffen, kostet aber Glaubwürdigkeit, sobald es jemand merkt. Eine echte Auszeichnung, ein neues Angebot oder ein abgeschlossenes Projekt sind dagegen gute Anlässe für eine Meldung.

Häufige Fragen

Brauche ich für KI-Sichtbarkeit eine komplett neue SEO-Strategie?

Nein. Die Grundlagen sind dieselben: technisch saubere Seite, klare Antworten auf echte Kundenfragen, gute Bewertungen. Neu ist vor allem, dass du die Suchanfragen der KI als zusätzliche Quelle für Themen nutzen kannst.

Muss ich für jede KI etwas anderes machen?

Nein. Die Unterschiede liegen vor allem bei den Quellen: Gemini schaut auf Google, ChatGPT stark auf Bing. Wer bei beiden gut dasteht und keine KI-Crawler aussperrt, ist für alle großen Assistenten gut aufgestellt.

Kann ich garantieren, dass ChatGPT mich empfiehlt?

Nein. Garantien für Platzierungen gibt es nie, weder bei Google noch bei einer KI. Du kannst aber die Wahrscheinlichkeit deutlich erhöhen, dass du gefunden und genannt wirst.

Lohnt sich das auch für kleine Betriebe?

Ja, gerade für lokale Betriebe. Fragen wie „Wer macht das in meiner Nähe?“ lösen fast immer eine Suche aus, und dort ist die Konkurrenz oft kleiner als bei bundesweiten Themen.

Und was heißt das für deine Seite?

KI-Sichtbarkeit ist kein Zaubertrick. Die Betriebe, die in KI-Antworten auftauchen, sind meist die, die vorher schon eine saubere Website, klare Inhalte und einen echten Ruf hatten. Die KI macht nur sichtbarer, wer das gemacht hat. Warum gute Betriebe online oft trotzdem untergehen, beschreibe ich ausführlicher in meinem kostenlosen Buch.

Wenn du wissen willst, wie gut deine Seite für Google und KI-Suche aufgestellt ist, schau auf die Seite SEO und KI-Sichtbarkeit oder melde dich über die Kontaktseite. Im kostenlosen Erstgespräch schauen wir uns das gemeinsam an und du bekommst eine ehrliche Einschätzung.

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